Ein Interview mit Susanne Engelhardt - Keramik
21793
single,single-post,postid-21793,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,select-theme-ver-1.6,wpb-js-composer js-comp-ver-4.3.4,vc_responsive

Auf einen Tee mit Susanne Engelhardt – Keramik

 

Wenn ich das Wort Keramik hörte, habe ich vor meinem geistigen Auge eigentlich immer nur schweres Steingut gesehen, braune Töpfe, unförmige Schüsseln – Geschirr wie in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und damit irgendwie unmodern. Auf einer Designstufe mit wallenden Leinengewändern und nicht wirklich zu meinem Lebensgefühl passend. Kann ich mich doch auch eher mit dem Aschenbrödel im Paisley-Jadkostüm identifizieren als mit dem kleinen Mädchen, das Erbsen zählt.

Susanne Engelhardt hat mir gezeigt, dass Keramik auch anders sein kann – leicht, frisch, und mit einem Augenzwinkern. Wir haben uns in ihrer gemütlichen Werkstatt getroffen, Tee getrunken und ein wenig über ihre berufliche Leidenschaft geplaudert. 

Wenn man die Dresdnerin in ihrem Refugium bei der Arbeit beobachtet hat man ein wenig das Gefühl sich in einer Weihnachtswichtelwerkstatt zu befinden, die Atmosphäre ist entspannt und mit viel Liebe fertigt Susanne jedes einzelne, fragile Stück.

kinderfotograf-dresden_0536
120-keramik-susanne-engelhardt-dresden
121-keramik-susanne-engelhardt-dresden
118-keramik-susanne-engelhardt-dresden

Ein ganz besonderer Beruf – wie bist du eigentlich zur Keramik gekommen?

S.E.: Gar nicht, sie kam zu mir! Meine Eltern haben sich schon sehr für Porzellan und Keramik interessiert und gesammelt, na ja als Meißner… Über die Straße war die Töpferwerkstatt einer Nachbarin, wo ich viele Stunden verbracht habe. Nach der Schule wollte ich ein Studium an der Burg Giebichenstein für Freie Keramik beginnen, als das nicht gleich klappte, entschied ich mich erstmal zu einer traditionellen Töpferlehre. Danach habe ich bei verschiedenen Keramikern im In- und Ausland gearbeitet, um Erfahrungen zu sammeln, verschiedene Techniken kennenzulernen. Diese Jobs waren lehrreich, aber auch Reisen haben mich sehr inspiriert.

116-keramik-susanne-engelhardt-dresden
119-keramik-susanne-engelhardt-dresden
115-keramik-susanne-engelhardt-dresden

Kannst kurz beschreiben, wie du arbeitest?

S.E.: Ich drehe fast alles auf der Töpferscheibe, oft verändere ich dann noch ein bisschen die Form oder modelliere kleine Details, dann überziehe ich alles mit einer Engobe, also dünn aufgeschlämmtem Ton. Wenn alles trocken ist, kann ich dekorienen, dabei kommen verschiedene Techniken, Pinsel, Stempel, Reliefplatten, Schablonen, Papier und Drucke zum Einsatz. Eine zufällig gefundene Struktur (z. B. Industrieglas) oder ein bestimmtes Licht können mich genauso inspirieren wie ein Bilder mit Magazinästhetik. So sind zum beispiel die (Un)-Engel entstanden, die dir so gefallen. Zum Schluss werden alle Gefäße zweimal gebrannt.

Ja, die mag ich wirklich besonders – auf Keramik aufgebrachte Bilder von modernen Frauen und Männer, mit schicken goldenen Flügelchen. Die die Weihnachtsdekoration ins 21. Jahrhundert bringen, und bei mir nicht im Januar in der Weihnachtskiste verschwinden sondern auch das ganze Jahr hängen bleiben können.

kinderfotograf-dresden_0535
kinderfotograf-dresden_0532

 

Wo kann man deine handgemachten, individuellen Stücke kaufen?

S.E.: Man findet mich auf den renommierten Keramikmäkten in ganz Deutschland, z. B. in Oldenburg, Freiburg, Schwerin – oder hier in Dresden. Ein paar Sachen gebe ich auch an Läden und Galerien ab oder die Leute kommen direkt ins Atelier. Jetzt zu Weihnachten ist natürlich viel zu tun, aber ich freue mich schon auf die kleinen Weihnachtsmärkte fernab vom großen Trubel und auf die Nachmittage mit Weihnachtsmusik in der Werkstatt. Aber genauso sehne ich mich nach der herrlich faulen Zeit ab dem 24.!

Aktuelle Termine findet Ihr auf Susannes Webseite, zu empfehlen sind auf jeden Fall der süße kleine Nikolausmarkt in der Kunsthofpassage, der von heute bis Sonntag seine Besucher verzaubert und der Faire Weihnachtsmarkt in der Dreikönigskirche nächstes Wochenende. Für die Last-Minute-Hilfebaldistweihnachtenundichhabenochkeingeschenk-Panik hat Susanne auch eine Lösung und öffnet ihre Werkstatt in der Geh8 am 19., 20. und 22. Dezember von 15 bis 20 Uhr.

Ganz besonders freue ich mich schreiben zu können, dass auch Ihr in Eurem Zuhause ein Stück von Susanne Engelhardt einziehen lassen könnt: gemeinsam verlosen wir eine der hübschen pastellfarbenen Weihnachtsbaumkugeln in zartem Gosa oder Grün!
Um teilzunehmen schreibt bitte bis zum 14. Dezember 2014 einen Kommentar unter diesen Artikel, wir werden den Gewinner dann bei einer großen Portion Spekulatius auslosen und mit Glühwein auf Euch anstoßen.*

 

Keramik Weihnachtsbaumkugel von Susanne Engelhardt
*Teilnahme ausschließlich per Kommentar, der Zeitraum des Gewinnspiels ist Sonntag 5.12.14 13.00 bis Sonntag 14.12.14 23.59 Uhr. Der Gewinner wird anschließend ausgelost und per Mail kontaktiert. Die Namen werden nicht auf dem Blog bekannt gegeben. Ihr habt dann fünf Tage Zeit um euch zu melden, ansonsten lose ich neu aus.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Gewähr, keine Barauszahlung! Für Schäden oder Verlust während des Versands übernehme ich keine Haftung. Die Teilnahme ist offen für Deutschland. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre bzw. im Gewinnfall benötige ich die Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten zur Herausgabe der Postanschrift. Bitte nur eine Teilnahme pro Person. Bei Mehrfachteilnahme lösche ich alle betreffenden Kommentare. Und jetzt viel Glück!

5 Comments
  • Yvonne Behnke

    5. Dezember 2014 at 14:36 Antworten

    Wunderschöne Teetassen, und die Weihnachtskugeln erst…!

  • Katja Meuli

    5. Dezember 2014 at 15:52 Antworten

    Ich bewundere immer so filigrane künstlerisches Dinge, für die man Geduld braucht. In all diesen Sachen bin ich nicht so gut und eher fürs Grobe zuständig. Wunderschönes Handwerk!

  • Jule Walther

    5. Dezember 2014 at 21:46 Antworten

    Susanne Engelhardt’s verzaubert mich immer wieder, ich liebe ihre Altare und kleinen Vasen! Mit Deinem Blogbeitrag weckst Du die Sammelleidenschaft in mir, und das so kurz vor Weihnachten… Wie wäre es eigentlich mit einem gemeinsamen Projekt – Deine Fotografien verewigt in Ton als Wandbild? Einen Sammler hättet ihr jedenfalls schon 😉

  • Juliane D.

    6. Dezember 2014 at 21:10 Antworten

    Du sprichst mir aus dem Herzen! Keramik – erinnert mich immer an meine Schulzeit, wo jedes selbstgemachte unförmig schwer und klobig wirkte. Diese Pastellfarbenen Kugeln finde ich einfach traumhaft – allein die filigrane Arbeit lässt erahnen, das Liebe und Leidenschaft im Detail stecken. Ich danke dir für den Tipp und werde mir den Laden mal genauer ansehen!

  • Nina

    9. Dezember 2014 at 15:37 Antworten

    Ich habe Susannes Stand beim Nikolausmarkt im Kunsthof gesehen und fand besonders die Details an ihren Keramiken bezaubernd. Die Kugeln würden sehr schön in unsere WG passen :)

Post a Reply to Juliane D. Cancel Reply


*